Klima- und Systemkrise: Sie sitzen nicht im Garten

Dass es so schwierig ist, die Menschen für die Begegnung der Klimakrise oder generell den sozial-ökologischen Systemwandel zu erreichen, liegt ja nicht an den Menschen.

Könnten sie jeden Tag genährt von innerem Frieden in ihrem Garten sitzen und wir kämen eines Tages Hände winkend daher gerannt und würden ganz außer Atem berichten “Hast du schon gehört, der Wald brennt und sie sagen bald sogar der ganze Planet!”, dann würden sie sich ja nicht gleich die Ohren zu halten.

Aber sie sitzen eben nicht jeden Tag, in innerlicher Weite und Frieden in ihrem Garten, wenn sie überhaupt einen haben. Stattdessen sind sie nahezu jeden Tag im Stress, voller ToDos und innerer Konflikte und Selbstverurteilungen, unter Dauerbeschallung von inneren und äußeren Stimmen, die ihnen sagen, was sie noch zu tun haben, damit sie geliebt, versorgt, geachtet oder sonstwas werden – egal ob von Mama oder Papa, den Nachbarn, Chefin, dem Arbeitsmarkt, Freundinnen oder wem auch immer. Dazu kommen oft noch die Versorgung der eigenen Kinder und überhaupt der Versuch, ein “guter” Mensch zu sein und alles “richtig” zu machen. Und selten wissen sie davon, dass sie in diesem Stress sind. Selbst sind sie hilflos, wie sie die Stimmen ruhig kriegen.

Ja und was soll dann auch wichtiger sein: Nicht mehr geliebt, nicht mehr versorgt, nicht mehr geachtet werden, oder in 10 Jahren aussterben? “Lass mich in Ruhe damit!” ist dann eine nur verständliche (innere) Reaktion. Wenn auch getarnt als Gespräche, die sachlich den Eindruck machen, als ob man über die Herausforderungen der Menschheit spricht, man aber emotional nicht glauben kann, dass sich der Menschen gerade wirklich dafür interessiert.

Kurz: Durch das heutige System selbst haben gerade die wenigsten Menschen die Kapazität, dabei mitzuhelfen, sich mit uns und unseren dringenden Botschaften auseinanderzusetzen. Es ist also wichtig für uns zu lernen, wie wir unsere Botschaften kommunizieren und gleichzeitig alle Menschen in ihren persönlichen Herausforderungen sehen und unsere Unterstützung anbieten können. Können wir ihnen Sicherheit geben, dass sie geliebt, versorgt und geachtet sind bzw. sie auf ihren Wegen dorthin unterstützen, werden mit der Zeit Kapazitäten frei, uns zuzuhören und an unserer Seite die Herausforderungen anzugehen. Wir gehen für unsere Anliegen und schauen, dass wir gleichzeitig für die Anliegen unserer Mitmenschen gehen können.

Also weiter die Welt retten und verändern im Wissen um jene, von denen wir gehört werden wollen und Unterstützung erhoffen! Nur miteinander schaffen wir das.

Sternschnuppen

Wir können sie bereits sehen.
Wir sehen die neuen Ufer menschlichen Daseins.
Manche haben sie bereits erlebt, andere wissen darum in ihren Herzen. Die Legende eines neuen Miteinanders in tiefer Verbundenheit und Vertrauen. In Liebe und Fürsorge. In Geborgenheit und Sicherheit. Unser Zuhause.

Es ist greifbar. Und doch ist es ein Sprung. Ein Sprung für Mutige, dieses Neuland zu erreichen. Den anderen zu zeigen, dass es sicher ist. Dass sie keine Angst haben müssen.

Und sie wagen den Sprung. Zu hunderten. Zu tausenden. Mit Anlauf, mit Planung, spontan oder mit Bedacht. Mit Entschlossenheit und ihrem festen Glauben an ihren Traum – der Sehnsucht nach einem sicheren Zuhause, das sich Menschheit nennt.

Doch sie fallen. Reihenweise. Der Blick über den weiten Himmel zwischen beiden Welten, in dem Pinionierinnen und Pioniere versuchen, nach den Sternen zu greifen, ist erfüllt von Schmerz, Trauer und Verzweiflung. Der Schrei im Moment des Scheiterns trägt weit.

Stille.

Stille.

Doch da, ein einzelner Lichtschweif steigt erneut auf von alten Ufern. Und parallel weitere. Jene, die die Zukunft bereits gesehen und erlebt haben, können nicht anders. Kinder des Lebens, auf dem Weg in die Arme ihrer lang vermissten Mutter. Sie schöpfen neue Kraft – geben nicht auf.

Bis eines ihrer Boote anlegt. Und ein Mensch lächelnd das Ufer erreicht – und bleibt. Viele Tränen im Gesicht.

Die Welt wird dann inne halten. Die Nachricht erreicht alle: Es ist wahr! Dein tiefer Blick sagt mir, was auch ich denke: Zu neuen Ufern! Wir folgen dir und brechen auf!

My unaware privileges downgrade my efficiency & the quality of my work

EnglishF*ck, it has happened again! Meeting with a female colleague of mine it turned out afterwards that I was leading and facilitating our collaboration. Without agreement. Automatically.

It’s because of the invisible privilege layers that separate us. Here, primarily male privilege. I tend to take more space than e.g. my female colleagues while they tend to hold themselves back. I dominated our meeting. It was painful for her. And finally for me and our work as well.

My next small step to support the transformation of systemic power imbalances is to write the following reminder next to my laptop’s webcam: “You’re privileged. Support other’s empowerment.” This will hopefully remind me not to automatically take the lead while supporting space for others to develop and to present their thoughts and ideas.

Why I share this with you? Maybe it support’s your awareness in case you’re privileged as a male, white, educated etc. person. The more privileged groups you’re part of the more probable it is that you dominate others without knowing it. Fatal for you, the other one and the shared whole. And maybe this post inspires you to install some reminder somewhere in your everyday-life-environment.


DeutschSch***e, es ist schon wieder passiert. Nach einem Meeting mit einer weiblichen Kollegin stellte sich heraus, dass ich die Führung und Moderation in unserer Zusammenarbeit übernommen habe. Ohne gemeinsame Absprache. Automatisch.

Das passiert aufgrund der unsichtbaren Privilegienanteile, die uns trennen. Hier vor allem das Privileg des Männlichen. Ich tendiere dazu, mehr Raum als z.B. meine weiblichen Kolleginnen einzunehmen. Ich habe unser Meeting dominiert. Es war schmerzvoll für sie. Und schließlich auch für mich und unsere gemeinsame Arbeit.

Um in einem kleinen Schritt die Transformation von systemischen Machtungleichgewichten zu unterstützen, schreibe ich mir nun eine Erinnerung neben die Webcam meines Laptops: “Du bist privilegiert. Unterstütze die Bemächtigung von anderen.” Das wird mich hoffentlich daran erinnern, nicht automatisch die Führung zu übernehmen während ich gleichzeitig den Raum anderer unterstütze, ihre Gedanken und Ideen zu entwickeln und zu präsentieren.

Warum ich das mit Euch teile? Vielleicht unterstützt dieser Post Dein Bewusstsein als männliche, weiße, gebildete oder in sonst irgendeiner Form privilegierte Person. Je mehr privilegierten Gruppen Du angehörst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du andere dominierst, ohne es zu merken. Fatal für Dich, die andere Person und das gemeinsame Ganze. Und vielleicht inspiriert Dich dieser Post, ebenfalls eine Erinnerung in deiner Alltagsumgebung zu installieren.

%d bloggers like this: